Wer hodd Kärwa? - Mir homm Kärwa!

Angefangen hat unser Kärwarumspill`n eigentlich schon bei den Vorbereitungen zum letzten Jubiläum, also vor 6 Jahren. Damals setzten sich die Macher der Festschrift zusammen und durchsuchten die alten Bücher nach interessanten Dingen fär unsere Chronik. Und da haben wir es dann entdeckt: ein Bild vom Kärwarumspill`n! Irgendwann - noch lang vor meiner Landjugendzeit - hatte es schon mal einige Mitglieder auf den Weg durch die Dörfer gezogen. Vor dem Jubiläum blieb uns leider keine Zeit mehr um weiter darüber zu reden aber die Idee spukte uns allen im Kopf rum.

 

Im Frühling 2002 beschlossen wir das alte Brauchtum wieder aufleben zu lassen! Gleich meldeten sich einige "Kärwaburschen" mit den passenden "Kärwamadla" und es konnte los gehen. Wir Mädels stickten wie wild an den selbst genähten Schürzen. Das war gar nicht so einfach, da die meisten seit der Schule keine Sticknadel mehr in der Hand gehalten hatten. Der Stoff musste im Kreuzstich mit verschiedenen Motiven, abgestimmt auf den jeweiligen Kärwaburschen, bestickt werden. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen! Währenddessen machten sich die Burschen ans Sprüche dichten. Aber wie schreibt man einen Kärwaspruch? Und wie trägt man ihn dann vor? Kurzerhand wurde ein Helfer von einer anderen Gruppe besorgt, der bei den ersten Reimen und dem Vortrag half. Die Verse über allgemeine Themen und die Dörfer standen bald und die Männer dichteten mit diebischer Freude an den Sprüchen über die anderen Kärwaburschen. Jetzt gab es nur noch 2 Hürden zu überwinden: zum Einen brauchten wir Musik und mussten Walzertanzen üben und zum Anderen wollten wir nicht zu Fuß von Dorf zu Dorf ziehen. Musik und Walzer waren einfach: Wir fragten den "Geiermichel" ob er uns beim Rumspill`n mit dem Schifferklavier begleiten würde und ab da hörte man 1x pro Woche statt Partymusik in Friedmannsdorf Walzerklänge - wir übten tanzen. Kurz vor der Kärwa löste sich auch das Logistikproblem: Wir besorgten einen kleinen Traktor sammt umgebauten Anhänger.

 

Dann kam der große Tag! Am Pfingstsonntag trafen sich alle am Haidberg zum Kärwarumspill`n und die Kärwaschürzen wurden übergeben. Die Jungs machten in Ihren weißen Hemden, den Hüten und den mühevoll bestickten Schürzen eine gute Figur und auch die Mädels waren schick rausgeputzt.  Bewaffnet mit Kärwasprenger (einer Gießkanne), den Kärwakriechla und Musik fuhren wir mit dem mit Birken und Blumen geschmückten Traktorgespann los. Es wurde eine lustige Fahrt durch die umliegenden Dörfer, wo die Kärwapärchen mit den Anwohnern tanzten, lachten und einige Kärwasprüchla zum Besten gaben. Etwas erschöpft aber gut gelaunt kamen wir  wieder am Haidberg an und abends folgte das Kärwaaufspill`n. Das Zelt bebte vor Gelächter als die bissigen Sprechgesänge über Zell und die Kärwaburschen vorgetragen wurden!

 

Der Tag war ein voller Erfolg und es hat uns so gefallen, das sich seitdem jedes Jahr an Pfingsten die Kärwapärchen am Haidberg treffen um diese schöne Tradition weiterzuführen!

 

 

Kärwaaufspilln zum 35. Jubiläum