Die 72-Stunden-Aktion der Landjugend Großlosnitz e.V.

 

 

 

Donnerstag, 15.05.2009 - 18.05Uhr

Voller Spannung warten ca. 40 Jugendliche der Landjugend Großlosnitz und aus Zell auf das Eintreffen der bisher noch unbekannten Agenten, die es offensichtlich mit der  Pünktlichkeit nicht so ganz ernst nehmen. Schon als die schwarz getönte Limousine um die Ecke des Sportplatzes bog, vernimmt man von weitem den bekannten Soundtrack von Mission Impossible. Die mit Smoking und Sonnenbrillen bekleideten Agenten steigen aus und geben sich nach langer Zeit des Rätselns zu erkennen: Mario Walther und Andreas Popp-Wirth. Bevor die „Wir-fürs-Land“-T-Shirts und die Arbeitshandschuhe verteilt werden können, muss erst die Aufgabe übergeben und einige Grußworte gesprochen werden.

Nach der Übergabe am Schulparkplatz laufen wir zum zukünftigen Grillplatz und erläutern die Aufgabe genauer. In den Köpfen einiger Jugendlicher formt sich jetzt schon der Plan, einen Staudamm zur Getränkekühlung zu errichten. Während die Mädels mit dem Streichen der vorbereiteten Pavillonteile anfangen, kümmert sich der männliche Teil um das Ausreißen von Bäumen und Sträuchern sowie das Mähen der unmittelbaren Grillplatzumgebung. Ein kleiner Teil der Gruppe nimmt sich währenddessen dem Bau und der Anbringung der Sponsorentafel an.

Voller Motivation fährt die die ganze Meute dann hupend durch Zell um im Rathaus die von der Pizzeria Luigi und Bella Calabria gespendeten Pizzen zu verzehren.

Freitag, 15.05.2009:

Arbeitsbeginn, 07.30Uhr: Voller Arbeitseifer finden sich schon ca. 20 Helfer ein. Unter ihnen auch ein Baggerfahrer der Fa. Schreiner Zell, der sofort mit der Arbeit beginnt und eine ebene Fläche für den Grillplatz schafft. Währenddessen wird der Versuch gestartet, die umgemachten Sträucher und Bäume zu verbrennen. Da das Material noch sehr feucht ist, bleibt es allerdings dabei. Unter der Leitung von Simon Weisheit versetzen sich einige Zeller Jugendliche zurück ins Kindesalter und geben dem Drang nach, einen Damm am angrenzenden Bach zu bauen.

Gleichzeitig trägt unser Kappo einen Teil zur Öffentlichkeitsarbeit bei, indem er ein Telefoninterview für Euroherz gibt. Am zweiten Ort des Geschehens, im Schwimmbad, werden unterdessen die Spielpfostenhülsen aufs Fundament gedübelt, 400m² Vlies ausgelegt, Splitt gleichmäßig verteilt und die Rasengittersteine waagerecht verlegt. Die restlichen Pavillonteile werden geschliffen und fertig gestrichen. Nach Beendigung der Baggerarbeiten kann sofort mit dem Bau des Pavillonfundaments begonnen werden, der dank Jochen Bauers Erfahrung eminent beschleunigt wird.

Im Holzlager des Bauhofes beenden unsere Mädels am Nachmittag dann auch die Gestaltung der Sponsorentafel und stellen diese an der Einfahrt zum Grillplatz auf.

Später am Abend, genauer gesagt 20.30Uhr, muss noch jemand zum Andreas Opel nach Zettlitz um mit dem Bau der Holzbankgarnitur zu beginnen. Wir hoffen, dass der Freiwillige sehr trinkfest ist, denn aus der Holzblockschmiede kommt man nur selten nüchtern wieder raus ;)

Die Verpflegung übernahm an diesem Tag die Metzgerei Schlenk – mittags mit Leberkäs und abends mit frischem Aufschnitt. 

Samstag, 16.05.2009:

Samstagmorgen, 07.30Uhr – Die Augenringe hängen schon ein bisschen tiefer, einige unserer Mitglieder, darunter auch der Vorstand, ließen es sich nicht nehmen, die ganze Nacht in der ehemaligen Bücherei durchzumachen. Getreu dem Motto „Wer Abends säuft kann morgens auch arbeiten“ machen sich auch diese Kameraden tatkräftig mit ans Werk. Auf dem heutigen Arbeitsplan steht heut unter anderen die Fertigstellung des Pavillons und weitere Pflasterarbeiten.

Die mittlerweile völlig autark arbeitende Staudammgruppe fängt nach dem Bau des Dammes mit der Gestaltung der unmittelbaren Bachumgebung an – das bedeutet konkret: Verkleidung des Bachlaufes und eine Steintreppe zum „Bierkastenstein“ im Staubecken.

Kurz bevor Reinhard zum Aufrichten des Pavillons eintrudelt, wird noch schnell das Fundament verputzt. Um der ganzen Aktion etwas mehr Spannung zu verleihen versucht sich der noch ungeübte Marco Dörfler an Baggerarbeiten in unmittelbarer Nähe zu ungeschützten Personen die gerade den kreisrunden Essensplatz gepflastert haben. Selbe Zeit, andrer Ort – Volleyballplatz: Der gerade eingetroffene Radlader der Firma Wolfrum, gefahren von unsrem gut bekannten Mario Wolfrum macht sich jetzt an seine Arbeit, nämlich den Sand von der andren Straßenseite in das Feld zu schaffen. Hier haben sich besonders die ganz Kleinen aus Zell beim Schaufeln und Kehren in den Vordergrund gestellt, was uns sehr freut.

 Wieder zurück am Grillplatz nimmt auch der Pavillon so langsam Gestalt an. Die Arbeiten am jetzt wohl unbezahlbaren Dach, gedeckt von drei Jung-Ingenieuren, neigen sich am späten Nachmittag dem Ende zu. Als krönender Abschluss wird noch von unsren drei „Dachdeckern“ das Edelstahlüberdach installiert, damit ist diese Baustelle erfolgreich abgeschlossen.

Wie bisher jeden Tag müssen wir natürlich nicht hungern. Die Metzgerei Hoffmann versorgt uns mit reichlich Steaks und Bratwürsten zum Mittagessen und mit einer großen Auswahl an Wurstspezialitäten nach Einbruch der Dunkelheit.

 

Sonntag, 17.05.2009:

„Scheisse Alter! Heit is ja scho Sunndooch und des schaut do aus wie die Sau“

Ja so ungefähr war die Reaktion vom Agenten Andreas als er mit viel zu wenig Schlaf morgens zum Grillplatz gekommen ist.

Mit Highspeed und voller Motivation beginnen dann sofort die Aufräumarbeiten. Jeder von groß bis klein packt an allen Enden an, um den Platz und die Zufahrt so richtig auf Vordermann zu bringen. Während sich andre um die Sauberkeit kümmern macht sich ein engagiertes Dreierteam über das Auspflastern des Pavillons, was sich später wegen der sechseckigen Bauform als äußerst kompliziert erweist. Aber auch diese Aufgabe war nach ungefähr zwei Stunden erledigt.

Ein anderer Einsatztrupp, geführt untern „Schwimmbodkappo“ Mario Walther sammelt die Steine auf der neu anzulegenden Wiese um das Spielfeld auf, damit diese im Anschluss durch unsere Landwirte geeggt, gewalzt und „besamt“ werden kann. Die allerletzte Arbeit für unsere Landjugend auf diesem Feld ist dann das Bohren der Löcher für den 100 Meter langen Maschendrahtzaun. Während einer kleinen Arbeitspause lassen es sich Simon Weisheit und Marco Dörfler nicht nehmen, das bisher noch nicht geöffnete Freibad einzuweihen. Die 13°C Wassertemperatur verkürzten allerdings nicht nur die Badefreude…

So langsam neigt sich auch dieser Nachmittag dem Ende zu und selbst die baulichen Maßnahmen am mittlerweile „Großprojekt Staudamm“ bestehen nur noch aus kleinen Säuberungen. Um das ganze Projekt abzurunden holt der Schuster mit seinem für uns unverzichtbaren Allroundgefährt, einen DDR-Unimog im 60er-Jahre-Style, genannt „MULTICAR“ noch Hackschnitzel und Rindenmulch um es dann um den Bachlauf zu verteilen.

Als abschließende Arbeit am Grillplatz wird jetzt noch der gesammelte Humus auf dem Grillplatz verteilt wo jetzt noch Grassamen und andere Pflanzen, gespendet von den Landschaftsgärtnern Richter und Fladerer Ihrer Bestimmung zukommen.

Während schon die ersten Gäste eintrudeln werden noch Kleinigkeiten am Projekt erledigt, z.B. Trassierband um die frisch angesäten Flächen spannen, Pflasterflächen abkehren, Blumen und Rasen gießen, Holzbankgarnitur aufstellen und so weiter…

Um 18Uhr ist es dann endlich soweit! Mehr als 100 Personen, darunter Helfer und Ehrengäste finden sich am neuen Zeller Schmuckstück, dem Grillplatz, ein um zu sehen wie die Projekte offiziell der Gemeinde Zell übergeben werden.

Bei der Rede begrüßt Mario Walther erst alle Helfer und Besucher und speziell unseren 1. Bürgermeister Horst Penzel, 2. Bürgermeister Erich Hilpert, Altbürgermeister Albrecht Dietel sowie den Landtagskandidaten für unseren Wahlbezirk, Martin Schöffel.

Nachdem die beiden Agenten die Aktion Revue passieren ließen und ausgiebig den Sponsoren für die Unterstützung dankten, wollten auch die gerade genannten Ehrengäste noch Ihre Grußworte loswerden. Zuallerletzt bedankte sich auch der Landjugendvorstand Stefan Walther für die Leistungen seiner Gruppe und bei der Gemeinde für die gute Zusammenarbeit und freut sich, unsere zahlreichen engagierten Neuzugänge, die durch die 72-Stunden-Aktion auf den Landjugend- geschmack gekommen sind, nächstes Wochenende beim Aufbau der Haidbergkärwa 2009 wieder zu sehen!

Unser Fazit:

Es war eine klasse Aktion, bei der jeder sein Möglichstes, und manchmal auch vielleicht ein bisschen mehr, geleistet hat. Die Idee die Zeller Jugend bei der Aktion zu integrieren hat sich schon nach kurzer Zeit als äußerst gut erwiesen, da sie entgegen Ihrem Ruf sehr fleißig, zuverlässig und motiviert war. Sogar die Zehn- bis Zwölfjährigen waren von dem Projekt begeistert und zeigten dies durch fast ständige Anwesenheit und Hilfsbereitschaft.

Wir, die Landjugend Großlosnitz, hoffen, dass die bei dieser Aktion entstandenen Einrichtungen von vielen Menschen genutzt und vor allem auch pfleglich behandelt werden.

Die Redaktion:

Simon Weisheit: Verantwortlich für unverständliche Floskeln, Sarkasmus und Synonyme

Anna Weisheit: Hat getippt was wir so von uns gegeben haben, ausserdem is Sie a Rechtschreibfreak... Der Genetiv is dem Dativ sein Tod sag ich nur!

Andreas Popp-Wirth: 72h-Kappo und Koordinator für die chronologische Reihenfolge und die richtigen Bilder am richtigen Ort

Dieser Bericht als PDF-Datei

Wir_fürs_Land_-_LJ_Großlosnitz.pdf